So fing es an
Traditionsreichste Leibesübung in Deutschland ist Turnen. So gab es auch Ende des 19.
Jahrhunderts fast in jeder Gemeinde einen Turnverein. Um die Jahrhundertwende aber
schossen Fußballvereine geradezu wie Pilze aus der Erde. Hanauer Fußballanhänger
gründeten 1893 den ersten Verein, in Friedberg wurde 1894 der Fußball-Club
"Sport" aus der Taufe gehoben, in Frankfurt, Offenbach, in Gießen und Darmstadt
wurde bereits gekickt. Auch Florstädter Fußballanhänger lockte es immer wieder zu den
Spielen. An den Arbeitsplätzen war Fußball häufiges Gesprächsthema, und so reifte auch
in Florstädter Fußballherzen der Entschluß, einen Verein zu gründen. Der Ursprung des
Florstädter Fußballs reicht wohl noch in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurück. Man
erzählt, daß ein Georg Kautz und ein Georg Roth aus der Weitgasse schon um 1911 einen
Fußball besaßen, auch zwei Torstangen, während eine Schnurr als Querlatte diente. Die
meisten Florstädter Bürger standen dem Fußball jedoch vorerst skeptisch gegenüber.
Auch der damalige Arbeiter-Turnverein, dem man sich ja anschließen wollte, machte
Vorbehalte geltend, wie aus einem Protokoll hervorgeht: "Einigen jüngeren Turnern
scheint der Fußball in den Gliedern zu stecken". Der Siegeszug des Fußballs war
jedoch nicht mehr aufzuhalten. Der erste Weltkrieg verhinderte sicher eine frühere
Gründung hier in Florstadt, aber im Jahre 1920 war es dann soweit. Florstadts
Fußballfreunde schlossen sich dem Arbeiter-Turnverein an, der jetzt den Namen
"Arbeiter-Turn und Sportverein" erhielt.
Albert Ebert, zuletzt wohnhaft in Frankfurt-Hausen wird vielfach als
Initiator des Florstädter Fußballs bezeichnet. Voller Stolz vermerkt der Chronist, daß
es zwei Düdelsheimer waren, die dem jungen Verein wertvolle Impulse gaben. Hier war der
SV "Phönix Düdelsheim" schon 1919 gegründet worden. Heinrich Goll und
Heinrich Gröninger waren nach Florstadt gekommen, um, wie er 40 Jahre später,
Florstädter Mädchen zu heiraten. Heinrich Goll besorgte auch abgelegte Bälle vom
damaligen Hunderttausendmann-Heer. Groß waren die Sorgen um die Bereitstellung von
Sportkleidung. So wurden die ersten Spiele von einigen Spielern noch in Straßenschuhen
und langen Hosen bestritten. Die ersten Trikots wurden vom Verein gekauft und die Spieler
mußten den vorgeschossenen Betrag ratenweise zurückzahlen. Als Sportplatz benutzte man
die Wiese an den Kanälen. (heutiger Festplatz). Das erste Spiel gegen Reichelsheim wurde
mit folgender Mannschaft ausgetragen: W. Musch, Ph. Reiß, Hch. Steinmacher, H. Görg, K.
Roth, W. Hirsch, L. Petri, O. Unger, Gg. Schreitz, Fr. Hirsch und Fr. Wolf. Nachdem die
ersten Niederlagen verdaut waren die Nachbarvereine verfügten über eine größere
Spielpraxis gewann auch Florstadt an Spielstärke und gab im damaligen 6. Bezirk bald
einen beachtenswerten Gegner ab.
Mit zunehmender Spielstärke stellten sich auch die ersten Gastspieler
ein: Philipp Alt aus Assenheim, Albert Jung aus Beienheim, Willi Thomas und Karl Hess,
beide aus Friedberg.
Lange Zeit spielte man mit folgender Mannschaft: Alt, Emmerich, Thomas, Kautz, Merz,
Hirsch, Schreitz, Reis, Heß, Jung und Goll. Friedberg, Dorheim, Schwalheim, Assenheim,
Bruchenbrücken, Altenstadt, Erbstadt und Heldenbergen waren die häufigsten Gegner. Zu
Auswärtsspielen gelangte man meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Auch wurden jetzt
Schüler- und Jugendmannschaften gebildet und bald verfügten die Florstädter Fußballer
über einen beachtlichen Spielerstamm. Außer der ersten Mannschaft, die ab 1925 stets an
der Tabellenspitze zu finden war, hatte man auch noch eine starke zweite Mannschaft. Aber
auch diese Mannschaft reichte nicht aus, um Florstadts Fußballhunger zu sättigen. So
rief man auch noch eine 1b-Mannschaft ins Leben, die ebenfalls im 6. Bezirk er umfaßte
die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten einen spielstarken Gegner abgab. Für
Florstadt kam eine hohe und stolze Fußballzeit. Von 1927 bis 1932 wurde dreimal die
Bezirksmeisterschaft erkämpft. In den Gruppenspielen hatte man es mit namhaften Gegnern
zu tun: Wieseck, Naunheim, Erbach, Egelsbach, Preungesheim, Heusenstamm, Kostheim und vor
allem ASV Westend. Schöne Erfolge wurden erzielt, nicht zuletzt durch die Mitwirkung
eines begnadeten Fußballers, dem Townley-Schüler Adolf Reisle. Der damalige
Spielausschußvorsitzende Philipp Reis hatte diesen jungen Fußballer von Union Niederrad
nach Florstadt gebracht, weil dieser sich mit seinem Trainer Townley überworfen hatte.
Reisle gab in den kommenden drei Jahren dem Florstädter Fußball einen enormen
spielerischen Aufschwung. Inzwischen war man auf den Waldsportplatz gewechselt, der in
mühevoller Arbeit zum Teil in Selbsthilfe erstellt wurde (Abholzen, Roden
Einplanieren, Drainieren, Einsäen). Das Einweihungsspiel auf diesem auch heute noch
benutzten Sportgelände fand am 4. Mai 1930 gegen Westend statt, und wurde mit 4:1
gewonnen. Im Jahre 1931 kam Florstadts damals höchster Fußballtriumpf. Die Mannschaft
zog in das Finale um die Hessenmeisterschaft ein. In den vorausgegangenen Gruppenspielen
wurde Westend damals mit Hensel, Nadler, Dietsch, letzterer spielte noch nach dem Krieg
in der Oberligamannschaft des FSV Frankfurt, auf eigenem Gelände geschlagen. Torwart Hinz
hatte hier einen ganz großen Tag. Anschließend wurde Naunheim 3:1 besiegt und Florstadt
stand im Endspiel um Hessens höchste Trophäe. Ein Wermutstropfen fiel jedoch in den
Freudenbecher. Adolf Reisle hatte beim 2:1 Sieg gegen Westend sein letztes Spiel
absolviert und ging nach Niederrad zurück. Er hinterließ eine kaum zu schließende
Lücke. Das Endspiel fand in Mörfelden statt. Über hundert Florstädter
Schlachtenbummler waren mitgefahren, um die Mannschaft zu unterstützen. Zwei Handelfmeter
für Urberach führten zum knappen 2:1 Sieg der Mannschaft aus dem Kreis Offenbach. Den
Ehrentreffer für Florstadt schoß Hermann Hübner. Die von Florstadts Anhang
mitgebrachten Brieftauben übermittelten das Ergebnis frühzeitig nach Hause.
Die Mannschaft spielte damals mit: Albert Hinz, Wilhelm Hübner, Karl Emmerich, Fr. Reis,
Gg. Merz, Hch. Hirsch, Gg. Schreitz, Hermann Hübner, Karl Kern, Ludwig Stelz und Adolf
Metzler.
1933 bis 1945
Im Jahre 1933 wurden die Arbeiter-Sportvereine aufgelöst. Florstadts Fußballer tauften
ihren Verein um in "Fußballsportverein 1933 Nieder-Florstadt". Alle
Mannschaften mußten wieder in der untersten Spielklasse beginnen. Auf Anhieb wurde
Florstadt Meister in der B- und A-Klasse. Einen schweren Schock erlitt Florstadts Fußball
am 3. September 1933 anläßlich eines Freundschaftsspiels gegen Bad Nauheim. Georg
Schreitz, seit 1920 Stammspieler in der ersten Mannschaft, erlitt eine schwere
Beinverletzung, die eine Amputation des rechten Beines 12 cm unter dem Kniegelenk
erforderlich machte. Trotz dieses bedauerlichen Unfalls ging der Spielbetrieb weiter. Im
Jahre 1934 wurde Büdingen auf dem Waldsportplatz mit 9:0 besiegt. Dank des damals weit
über die Grenzen der Wetterau hinaus bekannten Innentrios, Weil - Heinrich - Hübner -
Hermann Hübner. Weil spielte später Mittelstürmer beim VfB Friedberg, Heinrich Hübner
in der gleichen Position in Fulda. Hermann Hübner blieb dem Florstädter Fußball
erhalten, bis er als Ehrenvorsitzender verstarb.
In der Bezirksklasse hatte man es mit namhaften Gegnern zu tun, u.a.
mit Bad Nauheim - Büdingen - Friedberg/Fauerbach - Ober-Rosbach - Groß-Karben - Butzbach
- Bad Vilbel - Ober Schmitten und Nidda.
Doch dann kam der Krieg!
Auch der Fußballsport in Florstadt erlitt dadurch einschneidende Veränderungen. Viele
aktive Spieler wurden zur Wehrmacht eingezogen. Der Spielbetrieb konnte nur noch in
bescheidenem Rahmen durchgeführt werden, die Spielerdecke wurde immer dünner. Im Jahre
1942 kam das vorläufige Ende der Florstädter Fußballgeschichte.
Neubeginn im Jahre 1945
Schwer war der Wiederbeginn nach dem totalen Zusammenbruch im Jahre 1945. Auch das
Vereinsleben kam nur langsam wieder in Gang. Zur Wiederaufnahme eines geordneten
Spielbetriebs fehlte es vorerst an jeglicher Organisation. Hier in Florstadt hatte man
wieder einmal einen neuen Verein gegründet, die Sport-Union Nieder-Florstadt. In dieser
Union waren vertreten: Gesang - Turnen - Fußball. Später kam auch noch Karneval und
Musik hinzu. Nachdem die Spielgenehmigung durch die Besatzungsmacht erteilt worden war,
rollte bereits im Sommer 1945 das runde Leder. Ein Mann der ersten Stunde, der sich um den
Florstädter Fußball verdient machte, war Alois Reitz. Mit ihm und den Spielern W.
Hübner, Heinrich Hübner, Hermann Hübner und K. Claus wurde wertvolle Aufbauarbeit
geleistet. Bereits im Spieljahr 1948/49 wurde die Kreismeisterschaft errungen.
Die Mannschaft spielte damals mit: Kipper - Kautz - Fischer - Odermatt - Kalbhenn - Alt -
Bauer - Merz - Lebrecht - Müller - Schreitz.
Man war wieder in die Bezirksklasse aufgestiegen. Im ersten Jahr im Mittelfeld, rutschte
man schließlich nach unten ab und mußte 1950 in die A-Klasse zurück. Während der
kommenden Jahre war spielerisch nicht viel los in Florstadt. Konnte man sich im Spieljahr
1955/56 nur durch ein mit 2:0 gewonnenes Entscheidungsspiel gegen Bruchenbrücken in der
A-Klasse halten, mußte man ein Jahr später den Weg in die B-Klasse antreten. Das
Gastspiel in dieser Klasse dauerte jedoch nur ein Jahr, dann war der Wiederaufstieg
geschafft.
Im Spieljahr 1958/59 rangierte man im Mittelfeld. Im Jubiläumsjahr 1960 erreichte man
einen beachtlichen dritten Platz.
In den Jahren 1961 1968 tat sich der Fußball in Florstadt im Grunde
recht schwer. Man krebste so schlecht und recht in der A-Klasse herum und hatte während
dieser Zeit nie eine echte Chance in eine höhere Spielklasse aufzusteigen. Die älteren
erfahrenen Vorstandsmitglieder Fritz Wirth, Philipp Reis und Ludwig Bauer zogen sich nach
und nach zurück um Jüngeren Platz zu machen. Nur Jüngere, die bereit waren,
Verantwortung zu übernehmen, gab es auch damals zunächst nicht. Zu allem Unglück verzog
die damals schillerndste Persönlichkeit in Florstadt und im Kreis Eiwar Balodis, aus
beruflichen Gründen nach Reiskirchen. So hatte man 1964 eine echte Vorstandskrise, da
niemand bereit war, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen.
Erich Kalbhenn, 1964 Vorstandsmitglied, war es, der den damals 26jährigen
Spielausschußvorsitzenden Helmut Walther überredete, für das Amt des Vorsitzenden zu
kandidieren. Der Chronist weiß, daß dies damals nur als Notlösung galt, damit der
Verein überleben konnte. Hermann Hübner und Werner Fenchel er war 15 Jahre
Schriftführer und Pressewart unterstützten "Bubi" Walther als väterliche
Freunde in hohem Maße.
Nach jahrelangem Notbehelf verpflichtete man 1965 mit Heinz Rausch aus Schwalheim erstmals
einen qualifizierten Trainer. Diese fachlich und menschlich liebenswerte Persönlichkeit
ist sicher vielen noch in guter Erinnerung. Rausch hatte allerdings kein Auto und mußte
zum Training und zu den Spielen von Schwalheim geholt und wieder hingebracht werden. Sein
Trainerhonorar konnte von der Hauptkasse der Sport-Union nicht übernommen werden und auch
in der Fußballklasse war meist Ebbe. So wurde das Geld überwiegend in der Spielersitzung
bei Vorstandsmitgliedern und Spielern gesammelt. Reichte es einmal nicht, so war Rausch
auch mit weniger als seinem sowieso schon bescheidenen Honorar zufrieden. Dieser Zustand
ging bis 1968. Es war verständlich, daß Vorsitzender Walther im Zuge der allgemeinen
wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung nach Wegen suchte, den Verein auch finanziell auf
gesündere Beine zu stellen.
1968 Trennung von der Sport Union Gründung des FC 1920
Nieder-Florstadt
Im Herbst 1967 nahm Fußball-Spartenleiter Helmut Walther auf Wunsch
vieler aktiver und passiver Fußballanhänger Verhandlungen mit dem Hauptvorstand der
Sport-Union auf, um die Trennung der Fußball-Abteilung von der Sport-Union zu erreichen.
Eine Vereinsneugründung kam nicht infrage. So einigte man sich, daß die
Fußball-Abteilung auf freiwilliger Basis und in beiderseitigem Einvernehmen aus der
Sport-Union ausscheidet. Die Mitgliederversammlung der Sport-Union vom 5. Januar 1968 nahm
die Vereinbarung mit großer Mehrheit an. Es gab nur 3 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen.
Die Kritik, die es damals vor allem aus den Reihen der Gründer der Sport-Union gab, war
sicher verständlich. Eine Umbenennung des Fußballvereins war mitten in der Verbandsrunde
nicht möglich. Das Saisonende mußte abgewartet werden. Da die Sport-Union künftig keine
Fußball-Abteilung unterhalten würde, konnte der FC 1920 als Nachfolgeverein der
Sport-Union gelten. Er war damit berechtigt, in der gleichen Spielklasse (A-Klasse)
weiterzuspielen.
Am 21. Juni 1968 fand im kleinen Saal der Gaststätte Lux die Gründungsversammlung des
Fußball-Clubs 1920 Nieder-Florstadt statt. Nicht gerade erfolgreich verlief das erste
Spieljahr. Es gab Generationsprobleme, mit denen der neue Spielertrainer Oskar Carl nicht
fertig wurde. Er wollte die Mannschaft zu radikal verjüngen. Das wäre beinahe ins Auge
gegangen. Erst im letzten Meisterschaftsspiel bei Eintracht Windecken konnte durch den 3:1
Sieg der Klassen-Erhalt geschafft werden. Von Trainer Oskar Carl hatte man sich vor dem
letzten Spiel getrennt.
Im Sommer 1969 gab die Gemeinde Florstadt "grünes Licht" zur Überholung und
Neueinsaat des kaum noch bespielbaren Waldsportplatzes. Damit begannen für den Verein
zwei harte Jahre der Bewährung, denn erstens hatte der Verein einen großen Teil
Eigenhilfe zugesagt, und zweitens mußte man zwei Jahre auf einem Ausweichplatz an der
Nidda spielen, ohne Umkleidemöglichkeiten, ohne Duschen. Besonders im Winter gab es
Probleme über Probleme, aber alle wurden gemeistert. Der sportlichen Aufwärtsentwicklung
tat dies alles keinen Abbruch.
Auf dem Sportplatz wurden hunderte von freiwilligen Arbeitsstunden geleistet. Ohne die
Leistungen der vielen Helfer auch nur im geringsten schmälern zu wollen, muß man Werner
Schreitz, Otto Petri und Willi Lux besonders hervorheben. Ohne sie wäre der Umfang der
Arbeitsleistung einfach nicht möglich gewesen. Otto Petri, seine Frau Lina und Else Kautz
haben sich außerdem als langjährige Verwalter des Kiosk auf dem Sportplatz um den Verein
besonders verdient gemacht.
Eigentlich war 1969 nur die Erneuerung des Spielfeldes vorgesehen. Während der
Bauarbeiten kamen aber auf Antrag des Vereins immer mehr Verbesserungen dazu. Die Laufbahn
wurde erneuert, zwei Stehterrassen auf der Waldseite gebaut, der Platz bekam eine
Einzäunung und vor allem eine moderne 8-Mast-Flutlichtanlage.
Zurück zum Spielbetrieb. Vor Beginn der Saison 1969/70 gelang es Walther den
Wunschtrainer der Spieler, Herbert Kröll, zu verpflichten. Kröll hatte aber seinem
Heimatverein Bönstadt versprochen, noch eine Saison dort zu spielen. Er konnte daher nur
in Florstadt trainieren, stand aber sonntags nicht zur Verfügung. Wolfgang Bauschmann,
Spieler und langjähriger hervorragender Jugendtrainer wurde daher Co-Trainer. Die Saison
stand im Zeichen eines kontinuierlichen Neuaufbaus der Mannschaft. Ohne Abstiegsnöte kam
immerhin zum Schluß ein guter Mittelplatz in der Tabelle heraus.
1970/71, als Trainer Herbert Kröll für den FC auch die Fußballschuhe anzog, begann der
sportliche Aufstieg. Jetzt hatte man einen erfahrenen Spielmacher, und alle
hochtalentierten Nachwuchsspieler konnten in die Mannschaft integriert werden. Mit Hubert
Reuß, Dieter Odermatt, Siegfried Willitsch, Dieter Hassenpflug, Thomas Veith, Gerhard
Crass, Eckhard Freitag, Alfred Schwab, Ernst Fleischer, Ernst Brunner, Manfred Emmerich
und Herbert Kröll hatte die Mannschaft ein Durchschnittsalter von 22 Jahren. Mit Kröll
beendete die Mannschaft die Runde mit einem hervorragenden 4. Platz. Ein Jahr zu spät, im
Sommer 1971, feierte der Verein seinen fünfzigsten Geburtstag.
Ein Jahr später deshalb, weil man 1970 noch auf dem behelfsmäßigen Ausweichplatz
spielen mußte, und folglich ein interessantes Jubiläums-Sportprogramm nicht möglich
war. So konnte man 1971 Jubiläum feiern und gleichzeitig den neuen Sportplatz einweihen.
Beim Festkommers war der große Saalbau Lux bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kette
der Gratulanten wollte gar nicht enden. Ein großer Beweis, welche Sympathien der Verein
innerhalb und außerhalb von Florstadt genoß. Einziger Wermutstropfen war das schlechte
Wetter während des Sportprogramms. Der neue Rasen wurde damals schon überstrapaziert.
In der Saison 1971/1972 wurde die 1. Mannschaft mit drei Punkten Vorsprung zum erstenmal
Herbstmeister.
1972/73 Erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte Aufstieg in die
Bezirksklasse, Kreispokalsieger Bezirkspokalsieger, Hessenpokalsieger
Mit der Rückkehr von Karlheinz Schleiter von der Frankfurter Eintracht
zu seinem Heimatverein hatte die Mannschaft auch einen großartigen Torjäger bekommen. So
stellte sich endlich der durchschlagende sportliche Erfolg ein. Am 6. Spieltag der
Meisterschaft übernahm unsere Mannschaft die Tabellenführung in der spielstarken Hanauer
A-Klasse, um sie bis zum Schluß nicht mehr abzugeben. In einem bemerkenswerten Stil wurde
sie bereits 4 Spieltage vor Rundenschluß mit 9 Punkten Vorsprung Meister und damit
Aufsteiger in die Bezirksklasse. Zwischen den schweren Punktspielen wurde sie, mit Siegen
über den SV Nieder-Wöllstadt, VfR Butzbach und im Endspiel gegen den SV Ober-Mörlen,
Kreispokalsieger. Auf Hessenpokal-Bezirksebene konnte sich unsere Mannschaft, mit Siegen
über den Bezirksligisten Mühlheim-Dietesheim und den Gruppenligisten Horbach, ins
Bezirkspokalendspiel durchsetzen. Gegner war der Hessenligist Rot-Weiß Frankfurt. Obwohl
die Frankfurter vor 1600 Zuschauern voll aufspielten, sah man kaum einen
Klassenunterschied und zum Schluß einen völlig verdienten 1:0 Sieg unserer Mannschaft.
Vom Pokalfieber gepackt, fuhren dann am 1. Mai fast 400 Zuschauer aus Florstadt und
Umgebung nach Gudensberg, dem Pokalsieger des Bezirks Kassel. Die Gudensberger, eine
Bezirksklassen-Spitzenmannschaft, hatten immerhin vorher die Hessenligamannschaft des KSV
Hessen-Kassel ausgeschaltet. Auch diese Hürde wurde mit einem 4:3 Sieg genommen. Dann kam
das Semi-Final-Spiel auf unserem Waldsportplatz gegen Oberwalluf, dem Wiesbadener
Bezirkspokalsieger. Obwohl diese Mannschaft vom Namen her gar nicht so sehr bekannt war,
kamen bei hochsommerlichen Temperaturen 2500 zahlende Zuschauer, eine einmalige Kulisse.
Das Spiel war voller Dramatik, am Ende stand es 2:2. In der Verlängerung gab es dann noch
einen glatten 5:3 Sieg. Zum Hessenpokal-Endspiel gegen den Gruppenligisten SSV Bottenhorn
in Aßlar fuhren 9 Omnibusse und rund 100 Personenwagen. Kein Wunder, daß das schöne
Aßlarer Stadion fest in Florstädter Hand war. Mit einem 2:1 Sieg fand der sportliche
Höhenflug seine absolute Krönung.
Im ersten DFB-Pokalspiel auf süddeutscher Ebene unterlagen wir gegen den Oberligisten FSV
Frankfurt 1:0. Der Siegtreffer des FSV fiel erst eine Minute vor Schluß. Leider mußte
bei diesem Spiel der verletzte "Fuzzy Schleiter" ersetzt werden. Alle Experten
waren sich damals einig, daß Florstadt mit Schleiter das Spiel gewonnen hätte. Wieder
säumten 2000 Zuschauer den Sportplatz. Der Verein hatte für dieses Spiel eine
Sitztribüne für 500 Zuschauer aufgebaut. Eine großartige Saison war zu Ende.
Der FC spielte jetzt in der Bezirksklasse!
Im Jahre 1973 fiel auch durch die Gemeinde eine wichtige Entscheidung. Sie stimmte
nämlich einem umfassend begründeten Antrag des FC zu, einen zweiten Sportplatz oberhalb
des alten Platzes zu bauen. Die Planung wurde vergeben und die langfristige Finanzierung
eingeleitet.
Auf der Jahreshauptversammlung im Juli1974 gab es in der Vorstandsspitze eine
überraschende Änderung. Die Aussage des Spielführers der 1. Mannschaft, das
Vertrauensverhältnis zum 1. Vorsitzenden Walther sei gestört, veranlaßte diesen, nicht
mehr zu kandidieren. Die Ära Walther ging zu Ende. Walter Hübner übernahm jetzt das
Steuer des Vereins. Schleiter ging als Profi zu Darmstadt 98, was natürlich eine
Schwächung der Mannschaft bedeutete. Trotzdem belegte sie am Rundenende einen
hervorragenden 3. Tabellenplatz.
Ende der Saison 1975 legte Herbert Kröll, 6 Jahre erfolgreicher
Spielertrainer, sein Amt nieder. Er, dem der Verein so viel zu verdanken hatte, wurde mit
"großem Bahnhof" verabschiedet. Wolfgang Bauschmann übernahm die Nachfolge.
Vor Beginn der Runde 76/77 wurde Trainer Bauschmann von Karlheinz Schleiter abgelöst, der
reamateurisiert wieder in Florstadt spielte. Das Mitwirken von Schleiter machte sich
sofort bemerkbar, die Mannschaft verpaßte nur knapp die Meisterschaft und wurde zum
Schluß Dritter. Zum drittenmal hintereinander wurde die Mannschaft Kreispokalsieger. Karl
Frank löste Walter Hübner als 1. Vorsitzer ab.
Mit Schleiter und Freitag verließen zwei Spielerpersönlichkeiten den Verein. Der erst
24jährige Jürgen Biedenkopf wurde Nachfolger von Schleiter. Eine damals mutige
Entscheidung, die sich aber bewährte. Durch die Spielerabgänge kam die Mannschaft in
Abstiegsnöte, die aber in einem tollen Endspurt gemeistert wurden.
1978 wird Helmut Schnierle 1. Vorsitzender, Heinz Klein Vorsitzender im Spielausschuß.
Die Mannschaft wird durch Torjäger Werner Eckhard aus Schwalheim verstärkt. Sie wird
Herbstmeister, baut aber in der Rückrunde ab und belegt zum Schluß den 4. Tabellenplatz.
Außerhalb des Spielfeldes versuchte man das Vereinsleben familiärer zu gestalten. Auch
die Spielerfrauen und -bräute sollten einbezogen werden. Man gründete einen
Kulturausschuß. Dieser sogenannte "KA" wurde von einigen
"Nurfußballern" mit großer Skepsis betrachtet. Als aber 1979 das erste
"Oktoberfest" des FC über die Bühne gegangen war, bestätigten auch diese
Skeptiker "ein voller Erfolg". Sie hatten einen bunten Abend mit
"Florstädter Künstlern" erlebt, Künstler allein aus der FC-Familie. Aber auch
beim Florstädter Publikum war dieser FC-Abend angekommen, deshalb feierte man solche
Oktoberfeste auch noch 1980, 1982 und 1984. Das 60jährige Vereinsjubiläum stand vor der
Tür und die Bauarbeiten für den neuen Rasenplatz am Wald begannen. Die Jubiläumsfeier
wurde auf den Sommer 1981 verschoben. Zu Beginn der Saison 1980/81 will einer der
verdientesten Spielerpersönlichkeiten, Ernst Fleischer, die Fußballschuhe "an den
Nagel" hängen. Die Runde läuft unerwartet schlecht, es gibt viel Verletzungspech.
Die Mannschaft steht am Ende der Vorrunde in der Abstiegszone. Da konnte ein Flicko
Fleischer seine Kameraden nicht im Stich lassen. Zu Beginn der Rückrunde mischt er wieder
mit. Trotzdem will sich der Erfolg nicht einstellen. Während die Festvorbereitungen auf
vollen Touren laufen, befindet sich die Mannschaft 3 Spieltage vor Rundenschluß immer
noch in Abstiegsgefahr. Aber bei den Spielern und im Vorstand herrschte Einigkeit. Die
letzten Kräfte werden mobilisiert. Der Klassenerhalt muß und wird geschafft werden, man
will das 60jährige Jubiläum als Bezirksligist feiern. Für die nahe Zukunft ist bereits
vieles geplant. Das Umkleidehaus auf dem Sportplatz soll erweitert und modernisiert
werden. Neue Duschräume und Toiletten für die Zuschauer sind vorgesehen. Die Baupläne
liegen fix und fertig auf dem Tisch.
"Wir sind noch einmal davongekommen", mit diesen Worten eröffnete der
Vorsitzende Helmut Schnierle 1981 die Feierlichkeiten zum 60jährigen Jubiläum. Durch
einen tollen Endspurt war schließlich rechtzeitig zum Jubiläum der Klassenerhalt noch
geschafft worden und das am letzten Spieltag. Die Reservemannschaft belegte einen
hervorragenden 6. Tabellenplatz. Die gute Jugendarbeit machte sich bezahlt, 2
Kreismeistertitel wurden errungen. Mit einer Sportwoche wurde vom 12. bis 21. Juni 1981
gefeiert.
1982 war dann der neue Rasenplatz am Wald fertiggestellt. Am 31. Juli
1982 wurde er mit einem Spiel gegen den FSV Frankfurt eingeweiht. Es folgten magere Jahre
für den FC.
Im Vorstand begann ein Wechselspiel: Schnierle - Frank (1982), Frank - Schäfler (1984),
Schäfler - Schnierle (1986), Schnierle - Blumenstock (1988).
Die Mannschaft spielte mit wechselndem Erfolg in der Bezirksklasse Frankfurt und muß nach
13 Jahren Zugehörigkeit 1986 in die A-Klasse Friedberg absteigen. Der absolute Tiefpunkt
folgte 2 Jahre später, man fand sich 1988 in der B-Klasse. Werner Kliehm legte sein Amt
als Jungendleiter nieder, das er über 10 Jahre erfolgreich begleitet hatte. Gegen den Bau
des neuen Umkleidehauses hatte die Forstbehörde eingesprochen. Die spätere
"Jahrhunderthalle", die für die Bauzeit als Unterschlupf dienen sollte, erhielt
Bauverbot. Der Vorsitzende Helmut Schnierle wurde mit einer Geldstrafe belegt. Nur die
Jugend ließ auf eine bessere Zukunft hoffen. Und die bessere Zukunft kam.
1989 wurde die sogenannte "Jahrhunderthalle" fertiggestellt und eingeweiht. Zum
ersten Mal hatte man jetzt die Möglichkeit, Spielersitzungen am Sportplatz abzuhalten.
Auch die "Passiven" konnten sich einmal bei einem gut gezapften
"Licher" zu einem Schwatz zusammensetzen. Mit dem renomierten Trainer Kurt
Schuchmann, der in der laufenden Saison 1989/90 den Spielertrainer Wolfgang Schmidt
ablöste, wurde der Wiederaufstieg noch nicht geschafft. Die Reserve aber wurde
Kreismeister. Im August 1989 wurde mit den Arbeiten am Umkleidehäuschen begonnen. In fast
6000 freiwilligen Arbeitsstunden entstand ein Vereinshaus, das es nicht so oft wiedergibt.
Dank und Anerkennung sei auch an dieser Stelle allen Helfern gesagt. Einige müssen aber
besonders genannt werden: Der "Rentner" Otto Petri hält mit 1620 Arbeitsstunden
unangefochten die Spitze. Über 200 Stunden leisteten auch Wilhelm Frech, Kalli Geppert,
Heinz Klein, Werner Kliehm, Leo Schöll und Helmut Walther, hier einmal in alphabetischer
Reihenfolge. Nicht unerwähnt bleiben darf auch der "Senior" Hermann Roth, der
es auf an die 100 gezählte Stunden brachte. Im August 1990 feierte man Einweihung.
In der Zwischenzeit hatte die Gemeinde beschlossen, den alten Sportplatz zu einem modernen
Hartplatz umzubauen. Sportplatzbau und immer noch B-Klasse ließen das Feiern eines
siebzigsten Geburtstages vergessen.
Aber im Juni 1991 war unter Kurt Schuchmann die Meisterschaft mit 6 Punkten Vorsprung
erreicht. Man war jetzt "Bezirksligist" in der neugeschaffenen Bezirksliga
Friedberg. Der Hartplatz war fertiggestellt. Was lag da näher, als den Geburtstag,
den Aufstieg und die Einweihung des Hartplatzes mit einem Gemeindepokalturnier gebührend
zu feiern. Im Jugendbereich wurde eine Spielgemeinschaft gegründet, die
"Jugendspielgemeinschaft (JSG)-Florstadt", der alle Ortsteile angehören.
Da kam die Schreckensnacht im November 1992
Chaoten hatten, nach einem Einbruch ins neue Vereinsheim, Feuer gelegt. Es brannte bis auf
die Grundmauern nieder! Der reine Sachschaden belief sich auf weit über 1/2 Million DM.
Zum Glück war der größte Teil über Versicherungen abgedeckt. Aber jetzt zeigten sich
auch die Freunde in der Not. Vereine, Geschäfts- und Privatleute machten durch Spenden
den Verantwortlichen wieder Mut. Das Haus entstand neu und wurde im März 1994
wiedereröffnet. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank all den Helfern und
Spendern, die das möglich machten.
Das recht enttäuschende Abschneiden der ersten
Mannschaft als 10. der Tabelle stand klar im Schatten dieses traurigen
Ereignisses. Werner Kliehm wurde 1993 zum Vorsitzenden gewählt, zur
neuen Saison 1993/94 verließen jedoch acht Spieler den Verein. Besonders
weh tat der Weggang unseres Torwarts Holger Zimmer. Das Florstädter
Eigengewächs versuchte sich nun in der Oberliga. Kaum zu schließende
Lücken waren entstanden und die Mannschaft startete schwach in die neue
Meisterschaftsrunde.
Im Oktober 1993 übernahm mitten in der Saison Kurt
Schuchmann wieder das Ruder, aber auch er konnte nicht verhindern, dass
wir zum Ende der Saison abstiegen. In der Relegation degradierte uns ein
Tor in Massenheim zum A-Ligisten. Trainer Schuchmann ging nach Rodheim
und Uli Kalbhenn zum Bezirksoberligisten Ockstadt.
Die Meisterschaftsrunde 1994/1995 begann mit einem
Kuriosum, denn der vor der Saison neu verpflichtete Trainer Horst Weber
war nur zwei Wochen im Amt und wurde noch vor Ende der
Vorbereitungsphase wieder entlassen. Der nimmermüde Wilhelm Frech
übernahm vorläufig, neben seinem Jugendtraining, auch die Betreuung der
Seniorenmannschaften. Aus der A-Jugend waren zwei Spieler „reif“ für
die erste Mannschaft: die Abiturienten Stefan Hartmann und Christian
Trupp.
Im Dezember 1994 konnte man Michael Leisegang als
Spielertrainer verpflichten, der große Spielerfahrung aus höheren
Klassen mitbrachte. Die mit ihm begonnene tolle Aufholjagd im Frühjahr
1995 wurde leider nicht mit dem direkten Wiederaufstieg gekrönt. Man
verpasste diesen um vier Punkte und wurde letztlich Tabellenvierter.
Drei-Punkte-Regel und Rückkehr in die Bezirksliga
In die Saison 1995/96, in der die Drei-Punkte-Regel eingeführt wurde,
startete der FC mit der klaren Zielsetzung, den Wiederaufstieg in die
Bezirksliga zu schaffen. Nach der Vorrunde waren die Aussichten, das
angestrebte Ziel zu realisieren, jedoch alles andere als gut. Man
rangierte auf dem 5. Tabellenplatz und musste ab der Winterpause auch
auf Spielertrainer Michael Leisegang verzichten, der aus privaten
Gründen nicht mehr zur Verfügung stand.
Jürgen Biedenkopf sprang als Interimstrainer ein
und führte die Mannschaft nacheiner hervorragenden Rückrunde, in der
kein Spiel mehr verloren wurde, zum Meistertitel und der damit
verbundenen Rückkehr in die Bezirksliga. Garant für diesen Erfolg war
vor allem das „Phänomen“ Karl-Heinz Schleiter, der zu Saisonbeginn
wieder einmal die Fußballschuhe schnürte, da dem FC kurzfristig ein
Stürmer absprang. Er schoss im Laufe der Runde im Alter von 43 Jahren
sensationelle 20 Tore und avancierte damit vor Markus Alt (19 Treffer)
zum Top-Scorer des Teams.
Für Jürgen Biedenkopf war das der Beginn einer
durch ihn geprägten Ära, in der er entweder selbst das Traineramt
bekleidete, als Interimstrainer bei Bedarf einsprang oder dem FC als
Spielausschussvorsitzender und später Vereinsvorsitzender mit Rat und
Tat zur Seite stand.
Für die Saison 1996/97 wurde Matthias Dielmann als
Spielertrainer verpflichtet, der mit der Mannschaft möglichst schnell
den Klassenerhalt sichern und diese wieder in der Bezirksliga etablieren
sollte. Mit dem am Ende zu Buche stehenden 10. Tabellenplatz wurde das
Primärziel erreicht, wobei die 2. Mannschaft sogar die Meisterschaft in
der Gruppe 3 der B-Liga feiern durfte.
Helmuth Schnierle übernahm 1997 das Amt des 1.
Vorsitzenden, Jürgen Biedenkopf wurde zum Spielausschussvorsitzenden
gewählt. Auch in der Saison 1997/98 war das Augenmerk vornehmlich auf
den Verbleib in der Bezirksliga gerichtet, da mit der neu eingeführten
„Gleitklausel“ die Anzahl der Direktabsteiger abhängig von der
Bezirksoberliga erst zu Rundenende festgesetzt
werden konnte. Im schlechtesten Fall hätten bis zu vier Mannschaften den
Gang in die tiefere Etage antreten müssen.
Matthias Dielmann führte die Mannschaft als Trainer
in die neue Runde, doch nachdem nur zwei Punkte aus den ersten sechs
Pflichtspielen verbucht werden konnten, stellte er sein Amt zur
Verfügung. Jürgen Biedenkopf sprang zunächst interimsmäßig ein, wenig
später übernahm Karl-Heinz Schleiter als Spielertrainer die „Mission
Klassenerhalt“. Mit einem von ihm organisierten Trainingslager im
türkischen Belek wurde die Mannschaft vor Rückrundenbeginn auf die
anstehenden Aufgaben vorbereitet. Dies sollte sich letztlich auszahlen,
denn am vorletzten Spieltag konnte das Ziel erreicht und der
Klassenerhalt mit Platz 11 in der Endabrechnung gesichert werden.
In der Saison 1998/99 konnte sich der FC unter
Trainer Karl-Heinz Schleiter personell verstärken und peilte mit dem
bestehenden Kader um Ingo Kern, Markus Alt, Dan Eckley, Torsten Schmidt,
Armin Deis, Lars Rettberg und den „Rückkehrern“ Christian Hilß, Oliver
und Andreas Fleischer sowie Neuzugang Sven Engelhaupt einen der oberen
fünf Tabellenplätze an.
Früh wurde klar, dass das Abstiegsgespenst in
dieser Saison der Mannschaft tatsächlich keine Angst einjagen würde.
Doch für einen Platz ganz vorne sollte es nicht reichen, da man in den
direkten Duellen mit den drei letztlich vorne angesiedelten Teams den
Kürzeren gezogen hatte und die Aufstiegsrelegation somit knapp um drei
Punkte verpasste. Am Ende stand Platz 5 zu Buche, was der zu
Saisonbeginn ausgegebenen Zielsetzung entsprach. Karl-Horst Geppert
wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, trat wenig später jedoch aus
gesundheitlichen Gründen zurück, wonach fortan der 2. Vorsitzende Ulli
Schaub das Sagen hatte.
Eine besondere Ehre wurde 1999 Werner Kliehm
zuteil. Der DFB verlieh ihm den „DFB-Ehrenamtspreis 1998“ und nahm ihn
zugleich in den „Club der 100 Besten“ auf.
Für die Saison 1999/2000 waren die Erwartungen an
die nun eingespielte Mannschaft recht hoch, da es Timo Schinz und Timo
Blumenstock zum Florstädter Waldsportplatz gezogen hatte und zudem auch
der aus Ockstadt zurückgekehrte Uli Kalbhenn wieder das FC-Trikot
überstreifte. Platz eins bis vier war die Vorgabe, und auch die
Ligakonkurrenten zählten den FC zum engeren Favoritenkreis. Unter dem
von Germania Enkheim gekommenen Trainer Klaus Endemann war jedoch sowohl
auf dem Platz als auch in der Bindung zur Mannschaft einiges an Sand im
FC-Getriebe, was den Vorstand bereits im Oktober 1999 zum Handeln zwang.
Jürgen Biedenkopf übernahm zusätzlich zu seinem Posten als Boss des
Spielausschusses auch das Traineramt. Unter ihm ging es aufwärts, man
rückte bis zur Winterpause auf Platz drei vor und war auch in der
Hallenrunde unter den besten vier Mannschaften vertreten. Die Rückrunde
verlief ebenfalls recht erfolgreich. Man hatte zwar in punkto
Meisterschaft und Relegationsplatz am Ende wieder das Nachsehen, konnte
mit dem erreichen des achtbaren 3. Tabellenplatzes letztlich jedoch
zufrieden sein.
In der Meisterschaftsrunde 2000/01 baute man
weiterhin auf die Dienste von Jürgen Biedenkopf, der wieder die
Doppelrolle Trainer/Spielausschussvorsitzender spielen sollte. Nach zehn
Trainern in den letzten sieben Jahren, von denen nur Karl-Heinz
Schleiter und Jürgen Biedenkopf planmäßig die jeweilige Amtszeit
beendeten, wollte man keinen weiteren „Schnellschuss“ wagen und in
punkto Trainerkarussell etwas ruhigere Fahrwasser ansteuern. Obwohl vier
Offensivspieler den FC wieder verlassen hatten, konnte bis zur
Winterpause der 4. Tabellenplatz erreicht werden. In der Rückrunde schob
man sich bis auf Platz drei vor und hatte kurzzeitig Tuchfühlung zu
Relegationsplatz 2. Am Ende fiel man einen Platz zurück und schloss die
Runde, in der sich Karl-Heinz Schleiter mit vier Treffern hinter Harsch,
Hilß und Blumenstock wieder einmal in die Torjägerliste eintrug, mit dem
4. Rang ab.
Werner Kliehm wurde im März 2001 nach vierjähriger
Amtszeit als Kassenwart wieder zum ersten Vorsitzenden gewählt, Lars
Rettberg kümmerte sich von da an um die Finanzen.
Die Saison 2001/02 gestaltete sich sehr schwierig,
denn weitere Leistungsträger hatten den FC verlassen. Zudem war eine
Verstärkung durch Nachwuchs aus der eigenen Jugend (bis auf Torwart
Stefan Koch) seit Jahren leider Fehlanzeige. Auch die Einführung des
Euro machte die knappe Kasse nicht voller und ließ den
FC-Verantwortlichen in punkto Neuverpflichtungen wenig
Handlungsspielraum. Der Blick war somit von Beginn an eher nach hinten
gerichtet. Man schaffte es aber letztlich, genügend Abstand zu den
Abstiegsrängen zu erarbeiten und schloss die Runde mit dem rettenden 14.
Tabellenplatz ab. Im Jahr 2001 ging der FC mit der Zeit und war mit
seiner Homepage www.fc-florstadt.de fortan auch online vertreten.
Unter den gleichen Vorzeichen wie im Vorjahr stand
die Meisterschaftsrunde 2002/03, in der man als Zielvorgabe einen Platz
im gesicherten Mittelfeld ausrief, was am Saisonende mit Erreichen des
11. Tabellenplatzes auch umgesetzt werden konnte.
Aufwind durch den Nachwuchs
Neue Hoffnung keimte in der Saison 2003/04 auf, als endlich wieder junge
Talente den Weg an den Florstädter Waldsportplatz fanden. Dominik Seim,
Dennis Kahlert und Sebastian Kipp, die in den FC-Jugendmannschaften das
Fußballspielen lernten, ergänzten fortan den Kader um die gestandenen
Leistungsträger Oliver Fleischer, Ingo Kern und Uli Kalbhenn. Gerade was
das Toreschießen angeht, konnten die drei „Jungen“ überzeugen und
verzeichneten zusammen 26 Volltreffer. Dominik Seim (16 Tore) wurde vor
Timo Blumenstock (11) sogar Torschützenkönig. Mit Hilfe dieser Tore und
einer auch sonst zufriedenstellenden Mannschaftsleistung schaffte der FC
zum Saisonende wieder den Sprung unter die Top 10 und erreichte am Ende
den 8. Tabellenplatz.
2004/05 kamen mit Sascha Bingel, Thomas Östreich,
Sven Höller und Daniel Deis weitere Nachwuchstalente zum FC, während Uli
Kalbhenn seine Karriere beendete. Die verjüngte Mannschaft, die nun zum
Großteil wieder aus echten Florstädtern bestand, konnte sich im
Vergleich zur Vorsaison um einen Platz verbessern und wurde letztlich
Siebter in der Endabrechnung, wobei Timo Blumenstock (14) und Sascha
Bingel (13) die erfolgreichsten Torschützen waren. Ulli Schaub löste
Werner Kliehm 2005 als ersten Vorsitzenden ab.
In der Saison 2005/06 wurde die Mannschaft im
siebten Jahr in Folge von Jürgen Biedenkopf trainiert, der weitere
Florstädter unter seine Fittiche nehmen konnte. Sebastian Huber, Murat
Akbulut und Daniel Wagner kamen aus der Jugend, Christian Hilß zurück
von der SG Stammheim und Benjamin Müller vom FSV Dorheim. Nach den
verletzungsbedingten Ausfällen von Stammtorwart Alexander Kuhn und
Daniel Deis kamen in dieser Runde mit Klaus-Jürgen Hassenpflug und
„Oldie“ Manfred Scholz insgesamt vier Torhüter in der ersten Mannschaft
zum Einsatz. Urgestein Ingo Kern musste seine Karriere im Saisonverlauf
wie Stefan Koch im Vorjahr wegen einer Verletzung leider beenden. Am
Ende blieb die Mannschaft mit Rang acht etwas hinter den Erwartungen
zurück. Zusätzlich zur Trainertätigkeit übernahm Jürgen Biedenkopf 2006
das Amt des 1. Vorsitzenden, Armin Kling den Posten des
Spielausschussvorsitzenden.
Für die Saison 2006/07 verpflichtete man den
Florstädter Holger Zimmer, der im Dress des FV Bad Vilbel viele Jahre
einer der stärksten Oberligatorhüter war, als Spielertrainer. Diese
Liaison sollte jedoch nur bis zu Beginn der Rückrunde dauern, Jürgen
Biedenkopf sprang wieder einmal ein und übernahm die Trainingsleitung.
Kurios verlief das Spiel in Nieder-Weisel am 26.11.2006, das nach
Verletzungen von Daniel Wagner (Kreuzbandriss), Dominik Seim
(Rippenbruch) und Sascha Bingel (Knöchel) abgebrochen wurde. Den 8.
Platz nach der Vorrunde konnte man nicht verbessern und rutschte trotz
26 Treffern von Sascha Bingel am Ende auf Rang elf ab. Die Saison wurde
jedoch von einem tragischen Ereignis überschattet: Am 15.12.2006
verstarb unser 19-jähriger Mitspieler Dominik Kuntz viel zu früh bei
einem Verkehrsunfall.
Peter Morbe wurde für die Saison 2007/08 als
Trainer vorgestellt. Von dem A-Lizenz-Inhaber wurde einiges erwartet,
zumal er mit Michael Walther einen oberligaerfahrenen Spieler als
Neuzugang begrüßen durfte. Die Vorrunde verlief aber wenig überzeugend,
man rangierte im „Niemandsland“ der Tabelle. Zu unkonstant waren die
Auftritte der Mannschaft. Nur bei der Hallenkreismeisterschaft erwischte
man mehrere gute Tage, scheiterte knapp im Halbfinale und wurde nach
einer insgesamt überzeugenden Vorstellung Dritter. Dennoch trennte man
sich nach der Winterpause wieder von Peter Morbe, und ab sofort übernahm
mit dem Mockstädter Stefan Koch der bisherige Co-Trainer die Regie. In
der Rückrunde konnte man dann zulegen und rückte zur Endabrechnung noch
auf den 7. Tabellenplatz vor.
Mit Stefan Koch als Trainer ging es auch in die
Saison 2008/09, in der mit Alexander Ruf und dem aus Ockstadt
zurückgekehrten Andreas Fleischer weitere torgefährliche Akteure den
Kader verstärkten. Man wurde von einigen Konkurrenten wieder einmal als
Geheimfavorit eingestuft und hatte auch einige gute Auftritte, konnte
mit den Spitzenteams aber nicht mithalten. Für einen Sprung nach ganz
oben war der Zug nach der Vorrunde bereits abgefahren und die
Enttäuschung innerhalb der Mannschaft spürbar. Auch Stefan Koch erging
es nicht anders wie vielen Trainerkollegen zuvor, denn nach der
Winterpause beendete man die Zusammenarbeit. Es war wieder einmal Jürgen
Biedenkopf, der zusätzlich zum Amt des Vorsitzenden, in dem er 2009
bestätigt wurde, auch den Trainerposten bis zum Rundenende bekleidete.
In der Abschlusstabelle stand letztlich der 10. Platz zu Buche. Der
langjährige Kapitän Oliver Fleischer wurde verabschiedet, einige
Spieler, darunter Michael Walther und Thomas Östreich, hatten den FC
verlassen und Andreas Fleischer musste die Fußballschuhe nach dem
dritten Kreuzbandriss ebenfalls an den Nagel hängen.
Intensive Gespräche wurden daher vor der Saison
2009/10 geführt, in der die bisherige Bezirksliga in Kreisoberliga
umgetauft wurde. Man erhielt im März 2009 die Zusage von Torsten Hertz,
der sowohl als Spieler als auch als Co-Trainer Oberligaerfahrung
gesammelt hatte und nach mehrjähriger Trainertätigkeit von
Nieder-Erlenbach nach Florstadt wechselte. Obwohl aufgrund der Abgänge
klar war, dass ein kleiner Umbruch im Mannschaftsgefüge bevorstand,
scheute er die Aufgabe nicht und konnte zusammen mit dem
Spielausschussvorsitzenden Armin Kling einige neue Spieler für ein
Engagement beim FC begeistern. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache,
dass die größtenteils auswärtigen Neuzugänge auch ohne finanzielle
Drahtseilakte der notorisch knappen FC-Kasse ihre Zusage gaben und auch
deshalb charakterlich gut zum bestehenden Kader passten. Dennoch war
klar, dass es Zeit dauern würde, um die Spieler zu integrieren und alle
Positionen optimal zu besetzen. Nach der Vorrunde, in der man den Blick
nach hinten nie außer Acht gelassen hatte, stand mit Rang 13 ein Platz
im gesicherten Mittelfeld zu Buche, den man in der Rückrunde des
Jubiläumsjahres 2010 noch zu verbessern sucht.
to be continued....
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