-SAISON-
Der Kader
Trainer
Spielplan
Tabelle

-VEREIN-
Jugend
Soma
Vorstand
Geschichte
Foto Galerie
Events
Sponsoren
Kontakt

-FÖRDERVEREIN-
Vorstand
Fanshop

-INTERAKTIV-
Gästebuch

 

 

| links | downloads | home |  

 

CHRONIK

So fing es an
Traditionsreichste Leibesübung in Deutschland ist Turnen. So gab es auch Ende des 19. Jahrhunderts fast in jeder Gemeinde einen Turnverein. Um die Jahrhundertwende aber schossen Fußballvereine geradezu wie Pilze aus der Erde. Hanauer Fußballanhänger gründeten 1893 den ersten Verein, in Friedberg wurde 1894 der Fußball-Club "Sport" aus der Taufe gehoben, in Frankfurt, Offenbach, in Gießen und Darmstadt wurde bereits gekickt. Auch Florstädter Fußballanhänger lockte es immer wieder zu den Spielen. An den Arbeitsplätzen war Fußball häufiges Gesprächsthema, und so reifte auch in Florstädter Fußballherzen der Entschluß, einen Verein zu gründen. Der Ursprung des Florstädter Fußballs reicht wohl noch in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurück. Man erzählt, daß ein Georg Kautz und ein Georg Roth aus der Weitgasse schon um 1911 einen Fußball besaßen, auch zwei Torstangen, während eine Schnurr als Querlatte diente. Die meisten Florstädter Bürger standen dem Fußball jedoch vorerst skeptisch gegenüber. Auch der damalige Arbeiter-Turnverein, dem man sich ja anschließen wollte, machte Vorbehalte geltend, wie aus einem Protokoll hervorgeht: "Einigen jüngeren Turnern scheint der Fußball in den Gliedern zu stecken". Der Siegeszug des Fußballs war jedoch nicht mehr aufzuhalten. Der erste Weltkrieg verhinderte sicher eine frühere Gründung hier in Florstadt, aber im Jahre 1920 war es dann soweit. Florstadts Fußballfreunde schlossen sich dem Arbeiter-Turnverein an, der jetzt den Namen "Arbeiter-Turn und Sportverein" erhielt.

Albert Ebert, zuletzt wohnhaft in Frankfurt-Hausen wird vielfach als Initiator des Florstädter Fußballs bezeichnet. Voller Stolz vermerkt der Chronist, daß es zwei Düdelsheimer waren, die dem jungen Verein wertvolle Impulse gaben. Hier war der SV "Phönix Düdelsheim" schon 1919 gegründet worden. Heinrich Goll und Heinrich Gröninger waren nach Florstadt gekommen, um, wie er 40 Jahre später, Florstädter Mädchen zu heiraten. Heinrich Goll besorgte auch abgelegte Bälle vom damaligen Hunderttausendmann-Heer. Groß waren die Sorgen um die Bereitstellung von Sportkleidung. So wurden die ersten Spiele von einigen Spielern noch in Straßenschuhen und langen Hosen bestritten. Die ersten Trikots wurden vom Verein gekauft und die Spieler mußten den vorgeschossenen Betrag ratenweise zurückzahlen. Als Sportplatz benutzte man die Wiese an den Kanälen. (heutiger Festplatz). Das erste Spiel gegen Reichelsheim wurde mit folgender Mannschaft ausgetragen: W. Musch, Ph. Reiß, Hch. Steinmacher, H. Görg, K. Roth, W. Hirsch, L. Petri, O. Unger, Gg. Schreitz, Fr. Hirsch und Fr. Wolf. Nachdem die ersten Niederlagen verdaut waren ­ die Nachbarvereine verfügten über eine größere Spielpraxis ­ gewann auch Florstadt an Spielstärke und gab im damaligen 6. Bezirk bald einen beachtenswerten Gegner ab.

Mit zunehmender Spielstärke stellten sich auch die ersten Gastspieler ein: Philipp Alt aus Assenheim, Albert Jung aus Beienheim, Willi Thomas und Karl Hess, beide aus Friedberg.
Lange Zeit spielte man mit folgender Mannschaft: Alt, Emmerich, Thomas, Kautz, Merz, Hirsch, Schreitz, Reis, Heß, Jung und Goll. Friedberg, Dorheim, Schwalheim, Assenheim, Bruchenbrücken, Altenstadt, Erbstadt und Heldenbergen waren die häufigsten Gegner. Zu Auswärtsspielen gelangte man meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Auch wurden jetzt Schüler- und Jugendmannschaften gebildet und bald verfügten die Florstädter Fußballer über einen beachtlichen Spielerstamm. Außer der ersten Mannschaft, die ab 1925 stets an der Tabellenspitze zu finden war, hatte man auch noch eine starke zweite Mannschaft. Aber auch diese Mannschaft reichte nicht aus, um Florstadts Fußballhunger zu sättigen. So rief man auch noch eine 1b-Mannschaft ins Leben, die ebenfalls im 6. Bezirk ­ er umfaßte die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten ­ einen spielstarken Gegner abgab. Für Florstadt kam eine hohe und stolze Fußballzeit. Von 1927 bis 1932 wurde dreimal die Bezirksmeisterschaft erkämpft. In den Gruppenspielen hatte man es mit namhaften Gegnern zu tun: Wieseck, Naunheim, Erbach, Egelsbach, Preungesheim, Heusenstamm, Kostheim und vor allem ASV Westend. Schöne Erfolge wurden erzielt, nicht zuletzt durch die Mitwirkung eines begnadeten Fußballers, dem Townley-Schüler Adolf Reisle. Der damalige Spielausschußvorsitzende Philipp Reis hatte diesen jungen Fußballer von Union Niederrad nach Florstadt gebracht, weil dieser sich mit seinem Trainer Townley überworfen hatte. Reisle gab in den kommenden drei Jahren dem Florstädter Fußball einen enormen spielerischen Aufschwung. Inzwischen war man auf den Waldsportplatz gewechselt, der in mühevoller Arbeit ­ zum Teil in Selbsthilfe ­ erstellt wurde (Abholzen, Roden Einplanieren, Drainieren, Einsäen). Das Einweihungsspiel auf diesem auch heute noch benutzten Sportgelände fand am 4. Mai 1930 gegen Westend statt, und wurde mit 4:1 gewonnen. Im Jahre 1931 kam Florstadts damals höchster Fußballtriumpf. Die Mannschaft zog in das Finale um die Hessenmeisterschaft ein. In den vorausgegangenen Gruppenspielen wurde Westend ­ damals mit Hensel, Nadler, Dietsch, letzterer spielte noch nach dem Krieg in der Oberligamannschaft des FSV Frankfurt, auf eigenem Gelände geschlagen. Torwart Hinz hatte hier einen ganz großen Tag. Anschließend wurde Naunheim 3:1 besiegt und Florstadt stand im Endspiel um Hessens höchste Trophäe. Ein Wermutstropfen fiel jedoch in den Freudenbecher. Adolf Reisle hatte beim 2:1 Sieg gegen Westend sein letztes Spiel absolviert und ging nach Niederrad zurück. Er hinterließ eine kaum zu schließende Lücke. Das Endspiel fand in Mörfelden statt. Über hundert Florstädter Schlachtenbummler waren mitgefahren, um die Mannschaft zu unterstützen. Zwei Handelfmeter für Urberach führten zum knappen 2:1 Sieg der Mannschaft aus dem Kreis Offenbach. Den Ehrentreffer für Florstadt schoß Hermann Hübner. Die von Florstadts Anhang mitgebrachten Brieftauben übermittelten das Ergebnis frühzeitig nach Hause.
Die Mannschaft spielte damals mit: Albert Hinz, Wilhelm Hübner, Karl Emmerich, Fr. Reis, Gg. Merz, Hch. Hirsch, Gg. Schreitz, Hermann Hübner, Karl Kern, Ludwig Stelz und Adolf Metzler.

1933 bis 1945
Im Jahre 1933 wurden die Arbeiter-Sportvereine aufgelöst. Florstadts Fußballer tauften ihren Verein um in "Fußballsportverein 1933 Nieder-Florstadt". Alle Mannschaften mußten wieder in der untersten Spielklasse beginnen. Auf Anhieb wurde Florstadt Meister in der B- und A-Klasse. Einen schweren Schock erlitt Florstadts Fußball am 3. September 1933 anläßlich eines Freundschaftsspiels gegen Bad Nauheim. Georg Schreitz, seit 1920 Stammspieler in der ersten Mannschaft, erlitt eine schwere Beinverletzung, die eine Amputation des rechten Beines 12 cm unter dem Kniegelenk erforderlich machte. Trotz dieses bedauerlichen Unfalls ging der Spielbetrieb weiter. Im Jahre 1934 wurde Büdingen auf dem Waldsportplatz mit 9:0 besiegt. Dank des damals weit über die Grenzen der Wetterau hinaus bekannten Innentrios, Weil - Heinrich - Hübner - Hermann Hübner. Weil spielte später Mittelstürmer beim VfB Friedberg, Heinrich Hübner in der gleichen Position in Fulda. Hermann Hübner blieb dem Florstädter Fußball erhalten, bis er als Ehrenvorsitzender verstarb.

In der Bezirksklasse hatte man es mit namhaften Gegnern zu tun, u.a. mit Bad Nauheim - Büdingen - Friedberg/Fauerbach - Ober-Rosbach - Groß-Karben - Butzbach - Bad Vilbel - Ober Schmitten und Nidda.

Doch dann kam der Krieg!
Auch der Fußballsport in Florstadt erlitt dadurch einschneidende Veränderungen. Viele aktive Spieler wurden zur Wehrmacht eingezogen. Der Spielbetrieb konnte nur noch in bescheidenem Rahmen durchgeführt werden, die Spielerdecke wurde immer dünner. Im Jahre 1942 kam das vorläufige Ende der Florstädter Fußballgeschichte.

Neubeginn im Jahre 1945
Schwer war der Wiederbeginn nach dem totalen Zusammenbruch im Jahre 1945. Auch das Vereinsleben kam nur langsam wieder in Gang. Zur Wiederaufnahme eines geordneten Spielbetriebs fehlte es vorerst an jeglicher Organisation. Hier in Florstadt hatte man wieder einmal einen neuen Verein gegründet, die Sport-Union Nieder-Florstadt. In dieser Union waren vertreten: Gesang - Turnen - Fußball. Später kam auch noch Karneval und Musik hinzu. Nachdem die Spielgenehmigung durch die Besatzungsmacht erteilt worden war, rollte bereits im Sommer 1945 das runde Leder. Ein Mann der ersten Stunde, der sich um den Florstädter Fußball verdient machte, war Alois Reitz. Mit ihm und den Spielern W. Hübner, Heinrich Hübner, Hermann Hübner und K. Claus wurde wertvolle Aufbauarbeit geleistet. Bereits im Spieljahr 1948/49 wurde die Kreismeisterschaft errungen.
Die Mannschaft spielte damals mit: Kipper - Kautz - Fischer - Odermatt - Kalbhenn - Alt - Bauer - Merz - Lebrecht - Müller - Schreitz.
Man war wieder in die Bezirksklasse aufgestiegen. Im ersten Jahr im Mittelfeld, rutschte man schließlich nach unten ab und mußte 1950 in die A-Klasse zurück. Während der kommenden Jahre war spielerisch nicht viel los in Florstadt. Konnte man sich im Spieljahr 1955/56 nur durch ein mit 2:0 gewonnenes Entscheidungsspiel gegen Bruchenbrücken in der A-Klasse halten, mußte man ein Jahr später den Weg in die B-Klasse antreten. Das Gastspiel in dieser Klasse dauerte jedoch nur ein Jahr, dann war der Wiederaufstieg geschafft.
Im Spieljahr 1958/59 rangierte man im Mittelfeld. Im Jubiläumsjahr 1960 erreichte man einen beachtlichen dritten Platz.

In den Jahren 1961 ­ 1968 tat sich der Fußball in Florstadt im Grunde recht schwer. Man krebste so schlecht und recht in der A-Klasse herum und hatte während dieser Zeit nie eine echte Chance in eine höhere Spielklasse aufzusteigen. Die älteren erfahrenen Vorstandsmitglieder Fritz Wirth, Philipp Reis und Ludwig Bauer zogen sich nach und nach zurück um Jüngeren Platz zu machen. Nur ­ Jüngere, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, gab es auch damals zunächst nicht. Zu allem Unglück verzog die damals schillerndste Persönlichkeit in Florstadt und im Kreis Eiwar Balodis, aus beruflichen Gründen nach Reiskirchen. So hatte man 1964 eine echte Vorstandskrise, da niemand bereit war, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen.
Erich Kalbhenn, 1964 Vorstandsmitglied, war es, der den damals 26jährigen Spielausschußvorsitzenden Helmut Walther überredete, für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Der Chronist weiß, daß dies damals nur als Notlösung galt, damit der Verein überleben konnte. Hermann Hübner und Werner Fenchel ­ er war 15 Jahre Schriftführer und Pressewart ­ unterstützten "Bubi" Walther als väterliche Freunde in hohem Maße.
Nach jahrelangem Notbehelf verpflichtete man 1965 mit Heinz Rausch aus Schwalheim erstmals einen qualifizierten Trainer. Diese fachlich und menschlich liebenswerte Persönlichkeit ist sicher vielen noch in guter Erinnerung. Rausch hatte allerdings kein Auto und mußte zum Training und zu den Spielen von Schwalheim geholt und wieder hingebracht werden. Sein Trainerhonorar konnte von der Hauptkasse der Sport-Union nicht übernommen werden und auch in der Fußballklasse war meist Ebbe. So wurde das Geld überwiegend in der Spielersitzung bei Vorstandsmitgliedern und Spielern gesammelt. Reichte es einmal nicht, so war Rausch auch mit weniger als seinem sowieso schon bescheidenen Honorar zufrieden. Dieser Zustand ging bis 1968. Es war verständlich, daß Vorsitzender Walther im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung nach Wegen suchte, den Verein auch finanziell auf gesündere Beine zu stellen.

1968 ­ Trennung von der Sport Union ­ Gründung des FC 1920 Nieder-Florstadt

Im Herbst 1967 nahm Fußball-Spartenleiter Helmut Walther auf Wunsch vieler aktiver und passiver Fußballanhänger Verhandlungen mit dem Hauptvorstand der Sport-Union auf, um die Trennung der Fußball-Abteilung von der Sport-Union zu erreichen.
Eine Vereinsneugründung kam nicht infrage. So einigte man sich, daß die Fußball-Abteilung auf freiwilliger Basis und in beiderseitigem Einvernehmen aus der Sport-Union ausscheidet. Die Mitgliederversammlung der Sport-Union vom 5. Januar 1968 nahm die Vereinbarung mit großer Mehrheit an. Es gab nur 3 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen. Die Kritik, die es damals vor allem aus den Reihen der Gründer der Sport-Union gab, war sicher verständlich. Eine Umbenennung des Fußballvereins war mitten in der Verbandsrunde nicht möglich. Das Saisonende mußte abgewartet werden. Da die Sport-Union künftig keine Fußball-Abteilung unterhalten würde, konnte der FC 1920 als Nachfolgeverein der Sport-Union gelten. Er war damit berechtigt, in der gleichen Spielklasse (A-Klasse) weiterzuspielen.
Am 21. Juni 1968 fand im kleinen Saal der Gaststätte Lux die Gründungsversammlung des Fußball-Clubs 1920 Nieder-Florstadt statt. Nicht gerade erfolgreich verlief das erste Spieljahr. Es gab Generationsprobleme, mit denen der neue Spielertrainer Oskar Carl nicht fertig wurde. Er wollte die Mannschaft zu radikal verjüngen. Das wäre beinahe ins Auge gegangen. Erst im letzten Meisterschaftsspiel bei Eintracht Windecken konnte durch den 3:1 Sieg der Klassen-Erhalt geschafft werden. Von Trainer Oskar Carl hatte man sich vor dem letzten Spiel getrennt.
Im Sommer 1969 gab die Gemeinde Florstadt "grünes Licht" zur Überholung und Neueinsaat des kaum noch bespielbaren Waldsportplatzes. Damit begannen für den Verein zwei harte Jahre der Bewährung, denn erstens hatte der Verein einen großen Teil Eigenhilfe zugesagt, und zweitens mußte man zwei Jahre auf einem Ausweichplatz an der Nidda spielen, ohne Umkleidemöglichkeiten, ohne Duschen. Besonders im Winter gab es Probleme über Probleme, aber alle wurden gemeistert. Der sportlichen Aufwärtsentwicklung tat dies alles keinen Abbruch.
Auf dem Sportplatz wurden hunderte von freiwilligen Arbeitsstunden geleistet. Ohne die Leistungen der vielen Helfer auch nur im geringsten schmälern zu wollen, muß man Werner Schreitz, Otto Petri und Willi Lux besonders hervorheben. Ohne sie wäre der Umfang der Arbeitsleistung einfach nicht möglich gewesen. Otto Petri, seine Frau Lina und Else Kautz haben sich außerdem als langjährige Verwalter des Kiosk auf dem Sportplatz um den Verein besonders verdient gemacht.
Eigentlich war 1969 nur die Erneuerung des Spielfeldes vorgesehen. Während der Bauarbeiten kamen aber auf Antrag des Vereins immer mehr Verbesserungen dazu. Die Laufbahn wurde erneuert, zwei Stehterrassen auf der Waldseite gebaut, der Platz bekam eine Einzäunung und vor allem eine moderne 8-Mast-Flutlichtanlage.
Zurück zum Spielbetrieb. Vor Beginn der Saison 1969/70 gelang es Walther den Wunschtrainer der Spieler, Herbert Kröll, zu verpflichten. Kröll hatte aber seinem Heimatverein Bönstadt versprochen, noch eine Saison dort zu spielen. Er konnte daher nur in Florstadt trainieren, stand aber sonntags nicht zur Verfügung. Wolfgang Bauschmann, Spieler und langjähriger hervorragender Jugendtrainer wurde daher Co-Trainer. Die Saison stand im Zeichen eines kontinuierlichen Neuaufbaus der Mannschaft. Ohne Abstiegsnöte kam immerhin zum Schluß ein guter Mittelplatz in der Tabelle heraus.
1970/71, als Trainer Herbert Kröll für den FC auch die Fußballschuhe anzog, begann der sportliche Aufstieg. Jetzt hatte man einen erfahrenen Spielmacher, und alle hochtalentierten Nachwuchsspieler konnten in die Mannschaft integriert werden. Mit Hubert Reuß, Dieter Odermatt, Siegfried Willitsch, Dieter Hassenpflug, Thomas Veith, Gerhard Crass, Eckhard Freitag, Alfred Schwab, Ernst Fleischer, Ernst Brunner, Manfred Emmerich und Herbert Kröll hatte die Mannschaft ein Durchschnittsalter von 22 Jahren. Mit Kröll beendete die Mannschaft die Runde mit einem hervorragenden 4. Platz. Ein Jahr zu spät, im Sommer 1971, feierte der Verein seinen fünfzigsten Geburtstag.
Ein Jahr später deshalb, weil man 1970 noch auf dem behelfsmäßigen Ausweichplatz spielen mußte, und folglich ein interessantes Jubiläums-Sportprogramm nicht möglich war. So konnte man 1971 Jubiläum feiern und gleichzeitig den neuen Sportplatz einweihen. Beim Festkommers war der große Saalbau Lux bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kette der Gratulanten wollte gar nicht enden. Ein großer Beweis, welche Sympathien der Verein innerhalb und außerhalb von Florstadt genoß. Einziger Wermutstropfen war das schlechte Wetter während des Sportprogramms. Der neue Rasen wurde damals schon überstrapaziert.
In der Saison 1971/1972 wurde die 1. Mannschaft mit drei Punkten Vorsprung zum erstenmal Herbstmeister.

1972/73 ­ Erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte Aufstieg in die Bezirksklasse, Kreispokalsieger ­ Bezirkspokalsieger, Hessenpokalsieger

Mit der Rückkehr von Karlheinz Schleiter von der Frankfurter Eintracht zu seinem Heimatverein hatte die Mannschaft auch einen großartigen Torjäger bekommen. So stellte sich endlich der durchschlagende sportliche Erfolg ein. Am 6. Spieltag der Meisterschaft übernahm unsere Mannschaft die Tabellenführung in der spielstarken Hanauer A-Klasse, um sie bis zum Schluß nicht mehr abzugeben. In einem bemerkenswerten Stil wurde sie bereits 4 Spieltage vor Rundenschluß mit 9 Punkten Vorsprung Meister und damit Aufsteiger in die Bezirksklasse. Zwischen den schweren Punktspielen wurde sie, mit Siegen über den SV Nieder-Wöllstadt, VfR Butzbach und im Endspiel gegen den SV Ober-Mörlen, Kreispokalsieger. Auf Hessenpokal-Bezirksebene konnte sich unsere Mannschaft, mit Siegen über den Bezirksligisten Mühlheim-Dietesheim und den Gruppenligisten Horbach, ins Bezirkspokalendspiel durchsetzen. Gegner war der Hessenligist Rot-Weiß Frankfurt. Obwohl die Frankfurter vor 1600 Zuschauern voll aufspielten, sah man kaum einen Klassenunterschied und zum Schluß einen völlig verdienten 1:0 Sieg unserer Mannschaft.
Vom Pokalfieber gepackt, fuhren dann am 1. Mai fast 400 Zuschauer aus Florstadt und Umgebung nach Gudensberg, dem Pokalsieger des Bezirks Kassel. Die Gudensberger, eine Bezirksklassen-Spitzenmannschaft, hatten immerhin vorher die Hessenligamannschaft des KSV Hessen-Kassel ausgeschaltet. Auch diese Hürde wurde mit einem 4:3 Sieg genommen. Dann kam das Semi-Final-Spiel auf unserem Waldsportplatz gegen Oberwalluf, dem Wiesbadener Bezirkspokalsieger. Obwohl diese Mannschaft vom Namen her gar nicht so sehr bekannt war, kamen bei hochsommerlichen Temperaturen 2500 zahlende Zuschauer, eine einmalige Kulisse. Das Spiel war voller Dramatik, am Ende stand es 2:2. In der Verlängerung gab es dann noch einen glatten 5:3 Sieg. Zum Hessenpokal-Endspiel gegen den Gruppenligisten SSV Bottenhorn in Aßlar fuhren 9 Omnibusse und rund 100 Personenwagen. Kein Wunder, daß das schöne Aßlarer Stadion fest in Florstädter Hand war. Mit einem 2:1 Sieg fand der sportliche Höhenflug seine absolute Krönung.
Im ersten DFB-Pokalspiel auf süddeutscher Ebene unterlagen wir gegen den Oberligisten FSV Frankfurt 1:0. Der Siegtreffer des FSV fiel erst eine Minute vor Schluß. Leider mußte bei diesem Spiel der verletzte "Fuzzy Schleiter" ersetzt werden. Alle Experten waren sich damals einig, daß Florstadt mit Schleiter das Spiel gewonnen hätte. Wieder säumten 2000 Zuschauer den Sportplatz. Der Verein hatte für dieses Spiel eine Sitztribüne für 500 Zuschauer aufgebaut. Eine großartige Saison war zu Ende.

Der FC spielte jetzt in der Bezirksklasse!
Im Jahre 1973 fiel auch durch die Gemeinde eine wichtige Entscheidung. Sie stimmte nämlich einem umfassend begründeten Antrag des FC zu, einen zweiten Sportplatz oberhalb des alten Platzes zu bauen. Die Planung wurde vergeben und die langfristige Finanzierung eingeleitet.
Auf der Jahreshauptversammlung im Juli1974 gab es in der Vorstandsspitze eine überraschende Änderung. Die Aussage des Spielführers der 1. Mannschaft, das Vertrauensverhältnis zum 1. Vorsitzenden Walther sei gestört, veranlaßte diesen, nicht mehr zu kandidieren. Die Ära Walther ging zu Ende. Walter Hübner übernahm jetzt das Steuer des Vereins. Schleiter ging als Profi zu Darmstadt 98, was natürlich eine Schwächung der Mannschaft bedeutete. Trotzdem belegte sie am Rundenende einen hervorragenden 3. Tabellenplatz.

Ende der Saison 1975 legte Herbert Kröll, 6 Jahre erfolgreicher Spielertrainer, sein Amt nieder. Er, dem der Verein so viel zu verdanken hatte, wurde mit "großem Bahnhof" verabschiedet. Wolfgang Bauschmann übernahm die Nachfolge.
Vor Beginn der Runde 76/77 wurde Trainer Bauschmann von Karlheinz Schleiter abgelöst, der reamateurisiert wieder in Florstadt spielte. Das Mitwirken von Schleiter machte sich sofort bemerkbar, die Mannschaft verpaßte nur knapp die Meisterschaft und wurde zum Schluß Dritter. Zum drittenmal hintereinander wurde die Mannschaft Kreispokalsieger. Karl Frank löste Walter Hübner als 1. Vorsitzer ab.
Mit Schleiter und Freitag verließen zwei Spielerpersönlichkeiten den Verein. Der erst 24jährige Jürgen Biedenkopf wurde Nachfolger von Schleiter. Eine damals mutige Entscheidung, die sich aber bewährte. Durch die Spielerabgänge kam die Mannschaft in Abstiegsnöte, die aber in einem tollen Endspurt gemeistert wurden.
1978 wird Helmut Schnierle 1. Vorsitzender, Heinz Klein Vorsitzender im Spielausschuß. Die Mannschaft wird durch Torjäger Werner Eckhard aus Schwalheim verstärkt. Sie wird Herbstmeister, baut aber in der Rückrunde ab und belegt zum Schluß den 4. Tabellenplatz.
Außerhalb des Spielfeldes versuchte man das Vereinsleben familiärer zu gestalten. Auch die Spielerfrauen und -bräute sollten einbezogen werden. Man gründete einen Kulturausschuß. Dieser sogenannte "KA" wurde von einigen "Nurfußballern" mit großer Skepsis betrachtet. Als aber 1979 das erste "Oktoberfest" des FC über die Bühne gegangen war, bestätigten auch diese Skeptiker "ein voller Erfolg". Sie hatten einen bunten Abend mit "Florstädter Künstlern" erlebt, Künstler allein aus der FC-Familie. Aber auch beim Florstädter Publikum war dieser FC-Abend angekommen, deshalb feierte man solche Oktoberfeste auch noch 1980, 1982 und 1984. Das 60jährige Vereinsjubiläum stand vor der Tür und die Bauarbeiten für den neuen Rasenplatz am Wald begannen. Die Jubiläumsfeier wurde auf den Sommer 1981 verschoben. Zu Beginn der Saison 1980/81 will einer der verdientesten Spielerpersönlichkeiten, Ernst Fleischer, die Fußballschuhe "an den Nagel" hängen. Die Runde läuft unerwartet schlecht, es gibt viel Verletzungspech. Die Mannschaft steht am Ende der Vorrunde in der Abstiegszone. Da konnte ein Flicko Fleischer seine Kameraden nicht im Stich lassen. Zu Beginn der Rückrunde mischt er wieder mit. Trotzdem will sich der Erfolg nicht einstellen. Während die Festvorbereitungen auf vollen Touren laufen, befindet sich die Mannschaft 3 Spieltage vor Rundenschluß immer noch in Abstiegsgefahr. Aber bei den Spielern und im Vorstand herrschte Einigkeit. Die letzten Kräfte werden mobilisiert. Der Klassenerhalt muß und wird geschafft werden, man will das 60jährige Jubiläum als Bezirksligist feiern. Für die nahe Zukunft ist bereits vieles geplant. Das Umkleidehaus auf dem Sportplatz soll erweitert und modernisiert werden. Neue Duschräume und Toiletten für die Zuschauer sind vorgesehen. Die Baupläne liegen fix und fertig auf dem Tisch.
"Wir sind noch einmal davongekommen", mit diesen Worten eröffnete der Vorsitzende Helmut Schnierle 1981 die Feierlichkeiten zum 60jährigen Jubiläum. Durch einen tollen Endspurt war schließlich rechtzeitig zum Jubiläum der Klassenerhalt noch geschafft worden und das am letzten Spieltag. Die Reservemannschaft belegte einen hervorragenden 6. Tabellenplatz. Die gute Jugendarbeit machte sich bezahlt, 2 Kreismeistertitel wurden errungen. Mit einer Sportwoche wurde vom 12. bis 21. Juni 1981 gefeiert.

1982 war dann der neue Rasenplatz am Wald fertiggestellt. Am 31. Juli 1982 wurde er mit einem Spiel gegen den FSV Frankfurt eingeweiht. Es folgten magere Jahre für den FC.
Im Vorstand begann ein Wechselspiel: Schnierle - Frank (1982), Frank - Schäfler (1984), Schäfler - Schnierle (1986), Schnierle - Blumenstock (1988).
Die Mannschaft spielte mit wechselndem Erfolg in der Bezirksklasse Frankfurt und muß nach 13 Jahren Zugehörigkeit 1986 in die A-Klasse Friedberg absteigen. Der absolute Tiefpunkt folgte 2 Jahre später, man fand sich 1988 in der B-Klasse. Werner Kliehm legte sein Amt als Jungendleiter nieder, das er über 10 Jahre erfolgreich begleitet hatte. Gegen den Bau des neuen Umkleidehauses hatte die Forstbehörde eingesprochen. Die spätere "Jahrhunderthalle", die für die Bauzeit als Unterschlupf dienen sollte, erhielt Bauverbot. Der Vorsitzende Helmut Schnierle wurde mit einer Geldstrafe belegt. ­ Nur die Jugend ließ auf eine bessere Zukunft hoffen. ­ Und die bessere Zukunft kam.
1989 wurde die sogenannte "Jahrhunderthalle" fertiggestellt und eingeweiht. Zum ersten Mal hatte man jetzt die Möglichkeit, Spielersitzungen am Sportplatz abzuhalten. Auch die "Passiven" konnten sich einmal bei einem gut gezapften "Licher" zu einem Schwatz zusammensetzen. Mit dem renomierten Trainer Kurt Schuchmann, der in der laufenden Saison 1989/90 den Spielertrainer Wolfgang Schmidt ablöste, wurde der Wiederaufstieg noch nicht geschafft. Die Reserve aber wurde Kreismeister. Im August 1989 wurde mit den Arbeiten am Umkleidehäuschen begonnen. In fast 6000 freiwilligen Arbeitsstunden entstand ein Vereinshaus, das es nicht so oft wiedergibt. Dank und Anerkennung sei auch an dieser Stelle allen Helfern gesagt. Einige müssen aber besonders genannt werden: Der "Rentner" Otto Petri hält mit 1620 Arbeitsstunden unangefochten die Spitze. Über 200 Stunden leisteten auch Wilhelm Frech, Kalli Geppert, Heinz Klein, Werner Kliehm, Leo Schöll und Helmut Walther, hier einmal in alphabetischer Reihenfolge. Nicht unerwähnt bleiben darf auch der "Senior" Hermann Roth, der es auf an die 100 gezählte Stunden brachte. Im August 1990 feierte man Einweihung.
In der Zwischenzeit hatte die Gemeinde beschlossen, den alten Sportplatz zu einem modernen Hartplatz umzubauen. Sportplatzbau und immer noch B-Klasse ließen das Feiern eines siebzigsten Geburtstages vergessen.
Aber im Juni 1991 war unter Kurt Schuchmann die Meisterschaft mit 6 Punkten Vorsprung erreicht. Man war jetzt "Bezirksligist" in der neugeschaffenen Bezirksliga Friedberg. ­ Der Hartplatz war fertiggestellt. ­ Was lag da näher, als den Geburtstag, den Aufstieg und die Einweihung des Hartplatzes mit einem Gemeindepokalturnier gebührend zu feiern. Im Jugendbereich wurde eine Spielgemeinschaft gegründet, die "Jugendspielgemeinschaft (JSG)-Florstadt", der alle Ortsteile angehören.

Da kam die Schreckensnacht im November 1992
Chaoten hatten, nach einem Einbruch ins neue Vereinsheim, Feuer gelegt. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder! Der reine Sachschaden belief sich auf weit über 1/2 Million DM. Zum Glück war der größte Teil über Versicherungen abgedeckt. Aber jetzt zeigten sich auch die Freunde in der Not. Vereine, Geschäfts- und Privatleute machten durch Spenden den Verantwortlichen wieder Mut. Das Haus entstand neu und wurde im März 1994 wiedereröffnet. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank all den Helfern und Spendern, die das möglich machten.

Das recht enttäuschende Abschneiden der ersten Mannschaft als 10. der Tabelle stand klar im Schatten dieses traurigen Ereignisses. Werner Kliehm wurde 1993 zum Vorsitzenden gewählt, zur neuen Saison 1993/94 verließen jedoch acht Spieler den Verein. Besonders weh tat der Weggang unseres Torwarts Holger Zimmer. Das Florstädter Eigengewächs versuchte sich nun in der Oberliga. Kaum zu schließende Lücken waren entstanden und die Mannschaft startete schwach in die neue Meisterschaftsrunde.

Im Oktober 1993 übernahm mitten in der Saison Kurt Schuchmann wieder das Ruder, aber auch er konnte nicht verhindern, dass wir zum Ende der Saison abstiegen. In der Relegation degradierte uns ein Tor in Massenheim zum A-Ligisten. Trainer Schuchmann ging nach Rodheim und Uli Kalbhenn zum Bezirksoberligisten Ockstadt.

Die Meisterschaftsrunde 1994/1995 begann mit einem Kuriosum, denn der vor der Saison neu verpflichtete Trainer Horst Weber war nur zwei Wochen im Amt und ­wurde noch vor Ende der Vorbereitungsphase wieder entlassen. Der nimmermüde Wilhelm Frech übernahm vorläufig, neben seinem Jugendtraining, auch die Betreuung der ­Seniorenmannschaften. Aus der A-Jugend waren zwei Spieler „reif“ für die erste Mannschaft: die Abiturienten Stefan Hartmann und Christian Trupp.

Im Dezember 1994 konnte man Michael Leisegang als Spielertrainer verpflichten, der große Spielerfahrung aus höheren Klassen mitbrachte. Die mit ihm begonnene tolle Aufholjagd im Frühjahr 1995 wurde leider nicht mit dem direkten Wiederaufstieg gekrönt. Man verpasste diesen um vier Punkte und wurde letztlich Tabellenvierter.

Drei-Punkte-Regel und Rückkehr in die Bezirksliga
In die Saison 1995/96, in der die Drei-Punkte-Regel eingeführt wurde, startete der FC mit der klaren Zielsetzung, den Wiederaufstieg in die Bezirksliga zu schaffen. Nach der Vorrunde waren die Aussichten, das angestrebte Ziel zu realisieren, jedoch alles andere als gut. Man rangierte auf dem 5. Tabellenplatz und musste ab der Winterpause auch auf Spielertrainer Michael Leisegang verzichten, der aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stand.

Jürgen Biedenkopf sprang als Interimstrainer ein und führte die Mannschaft nacheiner hervorragenden Rückrunde, in der kein Spiel mehr verloren wurde, zum Meistertitel und der damit verbundenen Rückkehr in die Bezirksliga. Garant für diesen Erfolg war vor allem das „Phänomen“ Karl-Heinz Schleiter, der zu Saisonbeginn wieder einmal die Fußballschuhe schnürte, da dem FC kurzfristig ein Stürmer absprang. Er schoss im Laufe der Runde im Alter von 43 Jahren sensationelle 20 Tore und avancierte damit vor Markus Alt (19 Treffer) zum Top-Scorer des Teams.

Für Jürgen Biedenkopf war das der Beginn einer durch ihn geprägten Ära, in der er entweder selbst das Traineramt bekleidete, als Interimstrainer bei Bedarf einsprang oder dem FC als Spielausschussvorsitzender und später Vereinsvorsitzender mit Rat und Tat zur Seite stand.

Für die Saison 1996/97 wurde Matthias Dielmann als Spielertrainer verpflichtet, der mit der Mannschaft möglichst schnell den Klassenerhalt sichern und diese wieder in der Bezirksliga etablieren sollte. Mit dem am Ende zu Buche stehenden 10. Tabellenplatz wurde das Primärziel erreicht, wobei die 2. Mannschaft sogar die Meisterschaft in der Gruppe 3 der B-Liga feiern durfte.

Helmuth Schnierle übernahm 1997 das Amt des 1. Vorsitzenden, Jürgen Biedenkopf wurde zum Spielausschussvorsitzenden gewählt. Auch in der Saison 1997/98 war das Augenmerk vornehmlich auf den Verbleib in der Bezirksliga gerichtet, da mit der neu eingeführten „Gleitklausel“ die Anzahl der Direktabsteiger abhängig von der

Bezirksoberliga erst zu Rundenende festgesetzt werden konnte. Im schlechtesten Fall hätten bis zu vier Mannschaften den Gang in die tiefere Etage antreten müssen. 

Matthias Dielmann führte die Mannschaft als Trainer in die neue Runde, doch nachdem nur zwei Punkte aus den ersten sechs Pflichtspielen verbucht werden konnten, stellte er sein Amt zur Verfügung. Jürgen Biedenkopf sprang zunächst interimsmäßig ein, wenig später übernahm Karl-Heinz Schleiter als Spielertrainer die „Mission Klassenerhalt“. Mit einem von ihm organisierten Trainingslager im türkischen Belek wurde die Mannschaft vor Rückrundenbeginn auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet. Dies sollte sich letztlich auszahlen, denn am vorletzten Spieltag konnte das Ziel erreicht und der Klassenerhalt mit Platz 11 in der Endabrechnung gesichert werden.

In der Saison 1998/99 konnte sich der FC unter Trainer Karl-Heinz Schleiter personell verstärken und peilte mit dem bestehenden Kader um Ingo Kern, Markus Alt, Dan Eckley, Torsten Schmidt, Armin Deis, Lars Rettberg und den „Rückkehrern“ Christian Hilß, Oliver und Andreas Fleischer sowie Neuzugang Sven Engelhaupt einen der oberen fünf Tabellenplätze an.

Früh wurde klar, dass das Abstiegsgespenst in dieser Saison der Mannschaft tatsächlich keine Angst einjagen würde. Doch für einen Platz ganz vorne sollte es nicht reichen, da man in den direkten Duellen mit den drei letztlich vorne angesiedelten Teams den Kürzeren gezogen hatte und die Aufstiegsrelegation somit knapp um drei Punkte verpasste. Am Ende stand Platz 5 zu Buche, was der zu Saisonbeginn ausgegebenen Zielsetzung entsprach. Karl-Horst Geppert wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, trat wenig später jedoch aus gesundheitlichen Gründen zurück, wonach fortan der 2. Vorsitzende Ulli Schaub das Sagen hatte.

Eine besondere Ehre wurde 1999 Werner Kliehm zuteil. Der DFB verlieh ihm den „DFB-Ehrenamtspreis 1998“ und nahm ihn zugleich in den „Club der 100 Besten“ auf.

Für die Saison 1999/2000 waren die Erwartungen an die nun eingespielte Mannschaft recht hoch, da es Timo Schinz und Timo Blumenstock zum Florstädter Waldsportplatz gezogen hatte und zudem auch der aus Ockstadt zurückgekehrte Uli Kalbhenn wieder das FC-Trikot überstreifte. Platz eins bis vier war die Vorgabe, und auch die Ligakonkurrenten zählten den FC zum engeren Favoritenkreis. Unter dem von Germania Enkheim gekommenen Trainer Klaus Endemann war jedoch sowohl auf dem Platz als auch in der Bindung zur Mannschaft einiges an Sand im FC-Getriebe, was den Vorstand bereits im Oktober 1999 zum Handeln zwang. Jürgen Biedenkopf übernahm zusätzlich zu seinem Posten als Boss des Spielausschusses auch das Traineramt. Unter ihm ging es aufwärts, man rückte bis zur Winterpause auf Platz drei vor und war auch in der Hallenrunde unter den besten vier Mannschaften vertreten. Die Rückrunde verlief ebenfalls recht erfolgreich. Man hatte zwar in punkto Meisterschaft und Relegationsplatz am Ende wieder das Nachsehen, konnte mit dem erreichen des achtbaren 3. Tabellenplatzes letztlich jedoch zufrieden sein.

In der Meisterschaftsrunde 2000/01 baute man weiterhin auf die Dienste von Jürgen Biedenkopf, der wieder die Doppelrolle Trainer/Spielausschussvorsitzender spielen sollte. Nach zehn Trainern in den letzten sieben Jahren, von denen nur Karl-Heinz Schleiter und Jürgen Biedenkopf planmäßig die jeweilige Amtszeit beendeten, wollte man keinen weiteren „Schnellschuss“ wagen und in punkto Trainerkarussell etwas ruhigere Fahrwasser ansteuern. Obwohl vier Offensivspieler den FC wieder verlassen hatten, konnte bis zur Winterpause der 4. Tabellenplatz erreicht werden. In der Rückrunde schob man sich bis auf Platz drei vor und hatte kurzzeitig Tuchfühlung zu Relegationsplatz 2. Am Ende fiel man einen Platz zurück und schloss die Runde, in der sich Karl-Heinz Schleiter mit vier Treffern hinter Harsch, Hilß und Blumenstock wieder einmal in die Torjägerliste eintrug, mit dem 4. Rang ab.

Werner Kliehm wurde im März 2001 nach vierjähriger Amtszeit als Kassenwart wieder zum ersten Vorsitzenden gewählt, Lars Rettberg kümmerte sich von da an um die Finanzen.

Die Saison 2001/02 gestaltete sich sehr schwierig, denn weitere Leistungsträger hatten den FC verlassen. Zudem war eine Verstärkung durch Nachwuchs aus der eigenen Jugend (bis auf Torwart Stefan Koch) seit Jahren leider Fehlanzeige. Auch die Einführung des Euro machte die knappe Kasse nicht voller und ließ den FC-Verantwortlichen in punkto Neuverpflichtungen wenig Handlungsspielraum. Der Blick war somit von Beginn an eher nach hinten gerichtet. Man schaffte es aber letztlich, genügend Abstand zu den Abstiegsrängen zu erarbeiten und schloss die Runde mit dem rettenden 14. Tabellenplatz ab. Im Jahr 2001 ging der FC mit der Zeit und war mit seiner Homepage www.fc-florstadt.de fortan auch online vertreten.

Unter den gleichen Vorzeichen wie im Vorjahr stand die Meisterschaftsrunde 2002/03, in der man als Zielvorgabe einen Platz im gesicherten Mittelfeld ausrief, was am Saisonende mit Erreichen des 11. Tabellenplatzes auch umgesetzt werden konnte.

Aufwind durch den Nachwuchs
Neue Hoffnung keimte in der Saison 2003/04 auf, als endlich wieder junge Talente den Weg an den Florstädter Waldsportplatz fanden. Dominik Seim, Dennis Kahlert und Sebastian Kipp, die in den FC-Jugendmannschaften das Fußballspielen lernten, ergänzten fortan den Kader um die gestandenen Leistungsträger Oliver Fleischer, Ingo Kern und Uli Kalbhenn. Gerade was das Toreschießen angeht, konnten die drei „Jungen“ überzeugen und verzeichneten zusammen 26 Volltreffer. Dominik Seim (16 Tore) wurde vor Timo Blumenstock (11) sogar Torschützenkönig. Mit Hilfe dieser Tore und einer auch sonst zufriedenstellenden Mannschaftsleistung schaffte der FC zum Saisonende wieder den Sprung unter die Top 10 und erreichte am Ende den 8. Tabellenplatz.

2004/05 kamen mit Sascha Bingel, Thomas Östreich, Sven Höller und Daniel Deis weitere Nachwuchstalente zum FC, während Uli Kalbhenn seine Karriere beendete. Die verjüngte Mannschaft, die nun zum Großteil wieder aus echten Florstädtern bestand, konnte sich im Vergleich zur Vorsaison um einen Platz verbessern und wurde letztlich Siebter in der Endabrechnung, wobei Timo Blumenstock (14) und Sascha Bingel (13) die erfolgreichsten Torschützen waren. Ulli Schaub löste Werner Kliehm 2005 als ersten Vorsitzenden ab.

In der Saison 2005/06 wurde die Mannschaft im siebten Jahr in Folge von Jürgen  Biedenkopf trainiert, der weitere Florstädter unter seine Fittiche nehmen konnte. Sebastian Huber, Murat Akbulut und Daniel Wagner kamen aus der Jugend, Christian Hilß zurück von der SG Stammheim und Benjamin Müller vom FSV Dorheim. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Stammtorwart Alexander Kuhn und Daniel Deis kamen in dieser Runde mit Klaus-Jürgen Hassenpflug und „Oldie“ Manfred Scholz insgesamt vier Torhüter in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Urgestein Ingo Kern musste seine Karriere im Saisonverlauf wie Stefan Koch im Vorjahr wegen einer Verletzung leider beenden. Am Ende blieb die Mannschaft mit Rang acht etwas hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich zur Trainertätigkeit übernahm Jürgen Biedenkopf 2006 das Amt des 1. Vorsitzenden, Armin Kling den Posten des Spielausschussvorsitzenden.  

Für die Saison 2006/07 verpflichtete man den Florstädter Holger Zimmer, der im Dress des FV Bad Vilbel viele Jahre einer der stärksten Oberligatorhüter war, als Spielertrainer. Diese Liaison sollte jedoch nur bis zu Beginn der Rückrunde dauern, Jürgen Biedenkopf sprang wieder einmal ein und übernahm die Trainingsleitung. Kurios verlief das Spiel in Nieder-Weisel am 26.11.2006, das nach Verletzungen von Daniel Wagner (Kreuzbandriss), Dominik Seim (Rippenbruch) und Sascha Bingel (Knöchel) abgebrochen wurde. Den 8. Platz nach der Vorrunde konnte man nicht verbessern und rutschte trotz 26 Treffern von Sascha Bingel am Ende auf Rang elf ab. Die Saison wurde jedoch von einem tragischen Ereignis überschattet: Am 15.12.2006 verstarb unser 19-jähriger Mitspieler Dominik Kuntz viel zu früh bei einem Verkehrsunfall.

Peter Morbe wurde für die Saison 2007/08 als Trainer vorgestellt. Von dem A-Lizenz-Inhaber wurde einiges erwartet, zumal er mit Michael Walther einen oberligaerfahrenen Spieler als Neuzugang begrüßen durfte. Die Vorrunde verlief aber wenig überzeugend, man rangierte im „Niemandsland“ der Tabelle. Zu unkonstant waren die Auftritte der Mannschaft. Nur bei der Hallenkreismeisterschaft erwischte man mehrere gute Tage, scheiterte knapp im Halbfinale und wurde nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung Dritter. Dennoch trennte man sich nach der Winterpause wieder von Peter Morbe, und ab sofort übernahm mit dem Mockstädter Stefan Koch der bisherige Co-Trainer die Regie. In der Rückrunde konnte man dann zulegen und rückte zur Endabrechnung noch auf den 7. Tabellenplatz vor.

Mit Stefan Koch als Trainer ging es auch in die Saison 2008/09, in der mit Alexander Ruf und dem aus Ockstadt zurückgekehrten Andreas Fleischer weitere torgefährliche Akteure den Kader verstärkten. Man wurde von einigen Konkurrenten wieder einmal als Geheimfavorit eingestuft und hatte auch einige gute Auftritte, konnte mit den Spitzenteams aber nicht mithalten. Für einen Sprung nach ganz oben war der Zug nach der Vorrunde bereits abgefahren und die Enttäuschung inner­halb der Mannschaft spürbar. Auch Stefan Koch erging es nicht anders wie vielen Trainerkollegen zuvor, denn nach der Winterpause beendete man die Zusammenarbeit. Es war wieder einmal Jürgen Biedenkopf, der zusätzlich zum Amt des Vorsitzenden, in dem er 2009 bestätigt wurde, auch den Trainerposten bis zum Rundenende bekleidete. In der Abschlusstabelle stand letztlich der 10. Platz zu Buche. Der langjährige Kapitän Oliver Fleischer wurde verabschiedet, einige Spieler, darunter Michael Walther und Thomas Östreich, hatten den FC verlassen und Andreas Fleischer musste die Fußballschuhe nach dem dritten Kreuzbandriss ebenfalls an den Nagel hängen.

Intensive Gespräche wurden daher vor der Saison 2009/10 geführt, in der die bisherige Bezirksliga in Kreisoberliga umgetauft wurde. Man erhielt im März 2009 die Zusage von Torsten Hertz, der sowohl als Spieler als auch als Co-Trainer Oberliga­erfahrung gesammelt hatte und nach mehrjähriger Trainertätigkeit von Nieder-Erlen­bach nach Florstadt wechselte. Obwohl aufgrund der Abgänge klar war, dass ein kleiner Umbruch im Mannschaftsgefüge bevorstand, scheute er die Aufgabe nicht und konnte zusammen mit dem Spielausschussvorsitzenden Armin Kling einige neue Spieler für ein Engagement beim FC begeistern. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die größtenteils auswärtigen Neuzugänge auch ohne finanzielle Drahtseilakte der notorisch knappen FC-Kasse ihre Zusage gaben und auch deshalb charakterlich gut zum bestehenden Kader passten. Dennoch war klar, dass es Zeit dauern würde, um die Spieler zu integrieren und alle Positionen optimal zu besetzen. Nach der Vorrunde, in der man den Blick nach hinten nie außer Acht gelassen hatte, stand mit Rang 13 ein Platz im gesicherten Mittelfeld zu Buche, den man in der Rückrunde des Jubiläumsjahres 2010 noch zu verbessern sucht. 

to be continued....

 

 

   © 2007 FC 1920 Nieder-Florstadt